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WOLF oder HUND ?

Das Gehirn eines Wolfes ist um 30% größer als das des Haushundes.

Wölfe sind nur einmal pro Jahr für 7-21 Tage läufig. Paarungszeit beträgt 4-7 Tage.

Wölfe und Hunde sind von Natur aus Schlingfresser. Sie haben einen flexibler Kehlkopf und dehnbaren Magen. Das ist für das schnelle Schlingen unzerkauter Nahrung notwendig. Dies ist einer von mehreren Gründen, warum die Fütterung mit Hunde-Trockenfutter aus unserer Sicht problematisch ist.

Jagdinstikt wie Fixieren, Pirschen, Hetzen ist bei Hunden in verschiedenen Ausprägungen noch erkennbar, wenn auch gänzlich ohne Übung und bei weitem nicht so exakt und präzise wie der Wolf.

Wölfe haben immer eine Violsche Drüse - die sitzt am Schwanz oben und dient der Kommunikation während diese bei manchen Hunderassen fehlt.

Die Schwanzstellung ist bei Wölfen in Ruhestellung nach unten gerichtet. Bei Huskies ebenfalls.

Ein Projekt in Ernstbrunn beschäftigt sich aktuell mit diesem Thema.

Die Presse - Artikel "Forschung: Unterschiede zwischen Hund und Wolf"
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WOLF

Polarwolf • Eurasischer Wolf • Tibetischer Wolf • Arabischer Wolf • Ägyptischer Wolf • Hokkaido Wolf • Honshu Wolf • Timberwolf • Tundrawolf • Russischer Wolf • Kaspischer Wolf • Mackenzie Wolf • Indischer Wolf • Italienischer Wolf


NABU
WWF

GESETZLICHER SCHUTZ

Washingtoner Artenschutzabkommen:
Der Wolf ist in Anhang II als gefährdete Tierart aufgeführt.
Subpopulationen, welche vom Aussterben bedroht sind, werden in Anhang I aufgeführt.

Berner Konvention:
Der Wolf ist in Anhang II aufgeführt.

FFH Richtlinie:
Der Wolf ist in Anhang IV aufgeführt, Lebensraum des Wolfes in Anhang II. Diese Richtlinie ist von allen EU-Mitgliedsstaaten jeweils in nationales Recht umzusetzen.

Es besteht ein Jagdverbot - dennoch werden Tiere von Jägern erschossen. Als Ausreden dient schon mal die Verwechslung mit streuenden Hunden.

Die Presse - Artikel "Der Wolf und die Not der Jäger"


FASZINATION
Es gibt ein angstbesetzten Bild von Wölfen, welches über Jahrhunderte in Europa vorherrschte und Märchen wie das Rotkäppchen oder Erzählungen über Werwölfe hervor brachte. Das trieb den Wolf an den Rand der Ausrottung. Wölfe jagen nachts und auch diese Eigenschaft hat viele Gruselgeschichten genährt .


RELIGION
In der Bibel wird der Wolf mehrfach als Herden reißendes, gefährliches Tier dargestellt . „Der Wolf beim Lamme“ bedeutet die Verbindung von Ungleichem und wird als Gleichnis für den Umgang zwischen Sündern und Gerechten gebraucht.
Anders die Usbeken oder Hunnen - sie leiten ihre Herkunft vom Wolf ab.
Es gibt Indianische Stämme, die glaubten Wölfe und Kojoten hätten die Welt geschaffen. Der Wolf als Bewacher der Pfade, der die Seelen der Verstorbenen erweckte und diese im Fluss reinigte.


MYTHOLOGIE
Odin hat neben zwei Raben Hugin und Munin auch die Wölfe Geri und Freki. Diese verfolgen den Kampf und stürzen sich auf die gefallenen Leichen.
Die Wolfsbrüder Skol und Hati jagen die Sonne und den Mond. Ein weiterer Bruder - Managarm - ernährt sich vom Fleisch der Toten.
Fenriswolf verschlingt zu Beginn der Götterdämmerung den Mond, später Odin.
Die als Zauberin geltende griechische Göttin Hekate wurde häufig in der Begleitung von drei Wölfen dargestellt. Ebenfalls Griechenland: Zeus hat König Lykaon in einen Wolf verwandelt.
Bei uns am Bekanntesten sind die Zwillinge Romulus und Remus -die Gründer der Stadt Rom. Eine Wölfin soll sie gesäugt und aufgezogen haben.
Ähnlich auch Slowakei: die Recken Waligor und Wyrwidub sollen von Wölfen aufgezogen worden sein.


MÄRCHEN
Der Wolf Ysengrin und der verschlagene Fuchs. Auch hier kommt der Wolf nicht gut weg.
Rotkäppchen - Wolf erschleicht sich das Vertrauen des Mädchens.
Der Wolf und die sieben jungen Geißlein - Wolf verschlingt alle, bis auf Eines.
Märchen vom Wolf und den drei Schweinchen - im Original frisst der Wolf zwei Schweinchen.
Die Figur des Werwolfs: ungeachtet seines Lebens in der bürgerlichen Gesellschaft nimmt dieser zeitweilig Wolfsgestalt an - germanischer Ursprung.
Oft werden negative menschliche Charaktereigenschaften wie Verschlagenheit, Vertrauensbruch, Habgier, Heimtücke auf den Wolf projiziert. Das Schlimme ist, dass Eltern ihren Kindern heute immer noch diese Märchen vorlesen. Genauso wie der schreckliche Struwwelpeter. Wir bekamen auch einst ein Exemplar geschenkt, als Nils klein war. Ich habe es weggeschmissen.
Studien belegen, dass oft das Heulen, insbesondere bei Kindern, mehr Angst verursacht als die Tiere selber.


ÖKOSYSTEM
Der Wolf trägt eine Schlüsselfunktion im sensiblen Ökosystem
Feldforschungen im Yellowstone Nationalpark belegen dies. Dass er so sehr missverstanden oder gar als Unheilbringer gefürchtet wird, macht den Schutz dieser wundervollen Tiere nicht leicht.
Dennoch gibt es weltweit immer mehr Forscher und Tierschützer, die unermüdlich dafür kämpfen den scheuen und stolzen Tieren ihren Lebensraum zumindest ein Stück weit wieder zu geben.
Wölfe sind sehr geschickt im entdecken neuer Gebiete und bahnen sich ihren Weg durch unwegsames Gelände. Sie verfügen über ein hervorragendes Gehör und sehr ausgeprägten Geruchssinn. Große Wölfe findet man in Alaska, Kanada, Lettland, Russland - kleinere zB im Vorderen Orient. Weitere Populationen gibt es in der Mongolei, Polen, auf dem Balkan, in Sibirien aber auch in der Wüste Nordamerikas oder Zentralasien.

AUSGESTORBEN oder VOM AUSSTERBEN BEDROHT
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gilt der Wolf in England und Großteil Deutschlands als ausgestorben. In den 1990er Jahren wurden wieder Familien in Deutschland angesiedelt.
In vielen Teilen der Welt wird der Wolf heute aktiv verfolgt und getötet. Nur langsam bahnt sich das Wissen um die Bedeutung dieser wundervollen Tiere für das Gleichgewicht der Natur zu den Köpfen und Herzen der Menschen durch.
In Österreich ist mit einer natürlichen Einwanderung von Wölfen aus Slowenien oder der Slowakei zu rechnen. Ein Umdenken kann dem Wolf das Überleben sichern. Deshalb sollte ein Hauptaugenmerk auf Schulvorträge und die Bildung zukünftiger Generationen liegen.


WÖLFE IN FREIHEIT
Wölfe leben in einem Familienrudel. Es gib ein Elternpaar, welches Nachwuchs zeugt.
Dieses Alpha Pärchen ist ihrem Nachwuchs gegenüber dominant, daher kommt es grundsätzlich zu keinen Rangordnungskämpfen. Wichtig ist zu unterscheiden, ob die allgemein zugänglichen Informationen zum Verhalten der Tiere aus Beobachtungen von Wölfen in Gefangenschaft oder von Wölfen in freier Wildbahn basieren.
Freie Wölfe wandern, wenn sie mit knapp 2 Jahren geschlechtsreif werden, ab und suchen ein neues Revier. Dort gründen sie eine neue Familie mit einem anderen Jungtier, welches sie beim Reviersuchen antreffen. Ein freies Wolfsrudel besteht somit aus dem Elternpaar, dem Nachwuchs aus dem Vorjahr und dem Nachwuchs aus diesem Jahr. Wölfe vermeiden Begegnungen mit Menschen. Sie sind klug und scheu.

Die Schnauze und das Gesicht sind sehr wichtige Kommunikationswerkzeuge unter Artgenossen. Ebenso das berühmte Heulen und die Duftmarken. Ebenfalls eine wichtige Bedeutung kommt der Rutenstellung zu.

Wölfe nutzen zur Jagd jeweils die im ihrem Lebensraum dominierende Art

Meist handelt es sich um mittelgroße bis große pflanzenfressende Säugetiere. Im kanadischen Raum sind es aber auch Lachse, im europäischen Raum Wildschweine, Hirsche, Rehe. In Nahrungs knappen Zeiten auch Mäuse oder Aas. Wölfe können gut schwimmen und überqueren mühelos Flüsse oder Seen.

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Tierschutz Antike bis jetzt

In der Antike finden wir bereits eine verantwortungsvolle Denkweise gegenüber den Tieren. Viele Kulturen kennen auch keine strikte Unterscheidung zwischen Menschen und Tieren. Es gibt anderorts keinen Tierschutz, wie er im christlich-abendländischen Kulturkreis verstanden wird, allerdings verschiedene Formen der Tierverehrung, in etwa bei indogenen Völkern.
Kulturen, wie etwa altes Ägypten, vertraten auch die These der gemeinsame Herkunft der Schöpfung. Gut erkennbar ist die Wertschätzung Tieren gegenüber in den Götterdarstellungen.

Reinkarnation ist ein weiterer Begriff, der den Tieren einen besonderen Stellenwert einräumt. Zu finden im asiatischen Raum: Buddhismus, Hinduismus und viele weitere Varianten.
Kühe gelten für die Hindus als unantastbar, Jainisten leben vegan.

Erste gesetzliche Regelungen betreffend die Stellung der Tiere finden sich unter Kaiser Ashoka 272 vChr bis 232 vChr

Rene Descartes mechanisches Weltbild hebt den Menschen durch seine Ratio und schafft damit eine Distanz zum Tier. Charles Darwins Evolutionstheorie weicht die deutliche Absetzung des Menschen wieder auf.

1822 England - erstes erlassenes Tierschutzgesetz betrifft Pferde, Schafe und Großvieh.
Dies ist dem Parlamentarier Richard Martin zu verdanken, fortan auch Humanity Dick genannt.

1824 Society for the Prevention of Cruelty to Animals (SPCA) war die weltweit erste Tierchutzorganisation. Gründungsmitglied war ebenfalls Richard Martin.

1840 Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals (RSPCA) Segen von Königin Victoria.

2004 wurde das Ziel des Tierschutzes in den Entwurf der EU-Verfassung aufgenommen:

„Bei der Festlegung und Durchführung der Politik der Union in den Bereichen Landwirtschaft, Fischerei, Verkehr, Binnenmarkt, Forschung, technologische Entwicklung und Raumfahrt tragen die Union und die Mitgliedstaaten den Erfordernissen des Wohlergehens der Tiere als fühlende Wesen in vollem Umfang Rechnung; sie berücksichtigen hierbei die Rechts- und Verwaltungsvorschriften und die Gepflogenheiten der Mitgliedstaaten insbesondere in Bezug auf religiöse Riten, kulturelle Traditionen und das regionale Erbe.“

China hat bis heute kein Tierschutzgesetz.
Laut einer Studie der WSPA des Jahres 2002 über 200 Bärenfarmen unterhalten, in denen in engen Käfigen Tausende von Tieren mit offenen Wunden zur Gewinnung und Vermarktung von Gallensaftprodukten gehalten werden.

(Quelle: teilw. Juraforum)

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Tierschutzmethoden

Infostände auf Veranstaltungen oder direkt auf der Straße
Anschreiben von potenziellen Interessenten
Störung Tierschutz relevanter Gesellschaften
Demonstrationen
Blockaden von Walfängern und Fischerboten

International tätige Naturschutzorganisationen, für die Umweltschutz im weitesten Sinne programmatisch von Bedeutung ist wie Sea Shepherd oder Greenpeace, sind im Bereich Walfang und Fischerei aktiv.

Extreme Gruppierungen scheuen oft nicht vor Sachgewalt zurück, um Tiere zu befreien und Missstände aufzudecken. Physische Gewalt gegen Personen wird jedoch ebenso grundsätzlich abgelehnt wie Gewalt gegen Tiere.
Richtlinien ALF Animal Liberation Front besagen, dass weder Menschen noch Tiere bei entsprechenden Aktionen Schaden nehmen dürfen.

Erfahrungsberichte zeigen auf, dass von Jägern genutzte Hochstände angesägt werden. Mit Durchführung dieser kriminellen Praxis werden Verletzungen und im Extremfall auch der Tod des Jägers billigend in Kauf genommen.

Unkontrollierte Freisetzung von Tieren im Sinne des Tier- und Naturschutzes selbst kann zu Problemen führen. Auftreten von sogenannten Gefangenschafts-flüchtlingen einer nicht heimischen Tierart kann schwerwiegende Folgen für die heimische Fauna haben kann so z.B. die Verdrängung des europäischen durch den amerikanischen Nerz.

(Quelle: auszugsweise Juraforum)
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Ethik

Es existiert keine allgemein gültige und allseits respektierte einheitliche ethische Bewertung.

Die ganze Natur als gleichberechtigtes beseeltes Gegenüber - dies galt am aller Anfang und hier besonders für die Tiere. Jagd- und Tierdarstellungen aus dieser Zeit zeugen noch heute vom Bemühen, zu einer Versöhnung mit den getöteten Tieren zu kommen, da die Nutzung der Tiere überlebenswichtig war.

Verhältnis der Bibel zum Tierschutz

„Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.“
1. Buch Mose, Kapitel 1, Vers 26 / Schöpfungsmythos Altes Testament
Auftrag über die Tiere zu herrschen

„Aber am siebenten Tage ist der Sabbat der HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt.“
2. Buch Mose, Kapitel 20, Vers 10
Einbeziehung der Nutztiere in die Sabbatruhe

Durch den Sündenfall wird der Schöpfungsfriede gestört, der Tod und das Getötet werden kommt in die Welt, und der Mensch kleidet sich mit den Fellen der Tiere (Genesis 3,19 ff.).

Bei Jesaja wird in der Prophezeiung eines künftigen Friedensreiches, das der Prophet als ein Reich der Gerechtigkeit beschreibt, die Tierwelt ausdrücklich einbezogen (Jes. 11,5 ff).

„Der Gerechte erbarmt sich seines Viehs, aber der Gottlose ist unbarmherzig“.
Salomons, Kapitel 12, Vers 10

Vor dem Hintergrund der Hirten- und Bauernkultur des damaligen Israels wird in der Bibel die Nutzung und Tötung von Tieren für die Zeitspanne zwischen Sündenfall und künftigem Friedensreich nicht in Frage gestellt.

Verhältnis der Kirche zum Tierschutz

In der Geschichte der Kirche spielt der Tierschutz keine Rolle.
Der Mensch als Gott ähnliche Schöpfung steht über den Tieren und ist berechtigt, sich ihrer zu seinem Nutzen zu bedienen. Gebot der Barmherzigkeit besagt, dass den Tieren keine unnötigen Leiden oder Schäden zugefügt werden dürfen.
Franz von Assisi vertrat allerdings die Tradition, welche im Tier das gleichwertige Mitgeschöpf Gottes sieht. Er bezog das Gebot der Nächstenliebe auf die gesamte Schöpfung. Die Tiere schloss er ausdrücklich als „uns gleich gestellte Werke des allmächtigen Schöpfers - unsere Brüder“ mit ein.

Albert Schweitzer vertrat das Konzept der Ehrfurcht vor dem Leben. Kernsatz seiner Auffassung lautet „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“
Für Schweitzer enden die Grundsätze der Ethik nicht an der Artengrenze zwischen Mensch und Tieren. Der Mensch ist zu ethischem Verhalten gegenüber der gesamten Schöpfung verpflichtet. Daraus resultiert, dass das Töten von Tieren für die Ernährung der Menschen nicht zulässig sei.

Karl Barth, Eugen Drewermann, Fritz Blankes bezeichnen diese Sicht als „sentimental“.

"Konziliaren Prozess zu Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung"
1983 in Vancouver Vollversammlung des Weltkirchenrates (Ökumenischer Rat der Kirchen)
1990 in Seoul Schwerpunktthema

Grundüberzeugung des Weltkirchenrates, neu und noch etwas vorsichtig formuliert:

"...dass Gott die Schöpfung liebt. Gott, der Schöpfer, ist der Ursprung und der Erhalter des ganzen Kosmos. Gott liebt die Schöpfung... Da die Schöpfung von Gott ist und seine Güte die ganze Schöpfung durchdringt, sollen wir alles Leben heilig halten"


( Quelle: auszugsweise Juraforum)
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Tierschutz in Österreich

Bis 2004 in Gesetzgebung und Vollziehung Ländersache

Seit 2005 Tierschutzgesetz des Bundes BGBl. I Nr. 118/2004.

Verlagerung der Gesetzgebungskompetenz zum Bund durch gleichzeitige Änderung des Art. 11 des Bundesverfassungsgesetzes. Vollziehung der tierschutzrechtlichen Normen bleibt weiter Aufgabe der Länder. Der Bund hat sich verschiedene Kontrollrechte vorbehalten wie Einschaurecht, Berichtspflicht der Länder etc.

I. Instanz: Bezirksverwaltungsbehörden
Berufungen: Unabhängige Verwaltungssenat
Landesregierung: sachlich in Betracht kommende Oberbehörde, sie hat den Vollzug zu koordinieren, trifft aber selbst keine Sachentscheidungen

Bund, Länder und Gemeinden haben den Tierschutz nach Maßgabe der budgetären Mittel zu fördern.

Tierschutzombudsmann: in jedem Bundesland, vertritt die Interessen des Tierschutzes und hat in den behördlichen Verfahren Parteistellung.

Strafbestimmungen:für rohe Misshandlung von Tieren bundeseinheitlich festgelegt: bis zu ein Jahr Freiheitsentzug oder 360 Tagessätze Geldstrafe - siehe Strafgesetzbuch vom 1. Januar 1975

Tierversuchsgesetz: seit dem 1. Juli 1974 in Kraft

(Quelle: auszugsweise Juraforum)
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Tierschutz weltweit

1837 Gründung erster deutscher Tierschutzverein durch Pfarrer Albert Knapp in Stuttgart

1881 Gründung Deutscher Tierschutzbund.
Mitglieder Stand 1992 etwa 650 Tierschutzvereine mit 600.000 Mitgliedern.

Eurogroup for Animal Welfare: Tierschutzorganisationen der Europäischen Gemeinschaft

1840 Gründung erster schweizer Tierschutzverein in Bern

1861 Gründung Schweizer Tierschutz STS , Dachorganisation lokaler Tierschutzvereine. Seit 1970 versucht STS im Bereich der Nutztierhaltung vorbildliche Tierhaltung zusammen mit Landwirten umzusetzen. Label für Fleisch, Eier und Käse. kagfreiland = KonsumentInnen-Arbeits-Gruppe

1969 Gründung International Fund for Animal Welfare (IFAW) in Kanada durch Brian Davis. Proteste gegen die Tötung junger Kegelrobben vor der Küste Neufundlands. Mittlerweile eine der größten internationalen Tierschutz- und Artenschutzorganisationen weltweit.

1981 Gründung World Society for the Protection of Animals (WSPA)

WEITERE

Stiftung für das Tier im Recht
Ärztinnen und Ärzte für Tierschutz in der Medizin
ALTEX Alternativen zu Tierexperimenten
IG Tiertransporte und Schlachthöfe
VgT Verein gegen Tierfabriken
Verein PROVIEH gegen die industrielle Tierhaltung
Animals Angels aktiv gegen Tiertransporte
Komitee gegen den Vogelmord gegen Vogelfang und Wilderei
Animal Public Schutz von Wildtieren

Pro Animale Projektbetreuung z. B. Freikauf aus nicht tierschutzgerechten Pferdetransporten und aus dem Tierversuch, Aufbau von Tierheimen in der Türkei und anderen Ländern, „Tanzbären“ Problematik, Kettenhundehaltung

Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e. V. setzen sich für die gesellschaftliche und rechtliche Anerkennung elementarer Tierrechte und deren Umsetzung ein und gegen Missbrauch von Tieren.

(Quelle: auszugsweise Juraforum)
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Organisationen

Deutschland

1897 Animal Peace gemeinnützig anerkannte Tierrechtsorganisation

2001 animal public Tier- und Artenschutzverein

1881 Deutscher Tierschutzbund Dachverband

1993 Die Tierschutzpartei weltweit erste Tierschutzpartei

1983 Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz leistet Jugendarbeit

1982 Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.

1985 Pro Animale betreibt schwerpunktmäßig Projekte auf internationaler Ebene

1973 PROVIEH ältester und größter Tierschutzfachverband


International


1975 Animal Liberation Front führt teilweise illegale Aktionen durch

1998 Animals’ Angels Mitglied der World Society for the Protection of Animals

1969 International Fund for Animal Welfare Internationaler Tierschutzfonds

1988 Vier Pfoten wurde inzwischen in eine Privat Stiftung umgewandelt
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Haustiere

Heimtiere Problematik

nicht artgerechte Haltung
mutwillige Tierquälerei
Aussetzen von Tieren
grobe Vernachlässigung

Auch domestizierte und angepasste Tiere, haben Mindestansprüche an ihre Haltungsbedingungen:

artgerechter Ernährung
ausreichende Bewegungsmöglichkeiten
Beschäftigungsangebote
ausreichender Sozialkontakt zu Artgenossen

Haltung von Hunden wird in der Tierschutz Verordnung geregelt.
Für andere Heimtiere liegen keine gesetzlichen Regelungen vor.

Zucht von Rassehunden und anderen Tieren: es mangelt an praktischen Maßnahmen zur Verhinderung von Qualzucht.

Private Haltung von nicht domestizierten Wildtieren: hohe, meist nicht erfüllbare Haltungsansprüche. Hohe Sachkenntnisse nötig und hohe finanzielle Mittel nötig.

Tierschutzvereine mit ihren Tierheimen in ehrenamtlicher Arbeit leisten einen großen Beitrag:

Hinweisen auf Tierquälerei und nicht artgerechte Haltung wird nachgegangen
Unbedacht angeschaffte Haustiere werden aufgenommen und an neue Tierhalter weitergegeben , Übernehme der kommunale Aufgabe der Abwehr von Gefahren durch streunende Hunde
Betreuung verwilderter Haustiere, meist Katzen und Hunde.

Domestizierte Haustiere sind nicht oder nur bedingt fähig, sich jagend selbst zu versorgen.
Die Fortpflanzung gehört daher eingedämmt. Artgerechte Fütterung sorgt für eine stabile gesunde Population.
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Landwirtschaft, konventionell.

Maximale Produktivität

Daran orientieren sich in der industriell betriebenen Landwirtschaft die Bedingungen von Zucht, Haltung, Ernährung, Transport und Schlachtung.

Zucht:

Legehennen sind nach 1 Jahr Haltung bei höchster Legeleistung „verbraucht“ und werden geschlachtet.

Puten: das Skelett kann die Muskelmassen aufgrund des schnellen Fleischzuwachs nicht tragen.

Milchrinder: geben mehrere tausend Liter Milch im Jahr geben auf Kosten ihrer Gesundheit.

Massentierhaltung

bedeutet immense Reduzierung des Lebens- und Bewegungsraumes mit ungenügender oder dauerhafter Beleuchtung. Tiere stehen auf Drahtgittern, durch die der Kot fällt, Schweine und Rinder werden auf Vollspaltenböden gehalten, durch die sie ihre Fäkalien treten müssen, sie stehen in den Ausdünstungen wie Ammoniak und Schwefelwasserstoff über der Fäkaliengrube.

Logische Folge dieser Bedingungen sind Gesundheitsschäden:
Verletzungen der Füße
Verformungen des Skeletts
verkümmerte Muskulatur
Erkrankungen innerer Organe
Infektionen

Durch Zugabe von Antibiotika und prophylaktischen Medikamenten veruscht man dem beizukommen sucht. Tiere können ihre natürlichen Verhaltensweisen nicht ausleben.

Eine Henne kann weder sandbaden noch sich zum Legen auf ein Nest zurückziehen, weder laufen noch mit den Flügeln schlagen und auch nicht nach Futter scharren.

Das angeborene Sozialverhalten der Tiere wird nicht berücksichtigt.

Eine Muttersau muss im Jahr unzählige Ferkel zur Welt bringen, ehe sie geschlachtet wird. Die Ferkel werden viel zu früh von der Mutter abgesetzt und mit konzentriertem Kraftfutter und Einsatz von Antibiotika in 160 Tagen zur Schlachtreife gebracht.

Um Schäden durch Verletzungen zu vermeiden, werden den Ferkeln ohne Betäubung die Schwänze abgeschnitten und die Eckzähne abgeschliffen, Kälbern die Hörner entfernt oder Hühnern die Schnäbel gekürzt.

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Landwirtschaft, biologisch.


Eine tierschutzgerechte Nutztierhaltung
orientiert sich stets an den biologischen Merkmalen und Bedürfnissen der jeweiligen Tierart.


Soziale Tiere werden in entsprechenden Gruppen gehalten

Die Umgebung ist strukturiert und bietet artgerechte Beschäftigungsmöglichkeiten

Tierart entsprechend genügend Raum für Bewegung

Das Futter ist artgerecht und ohne Zusätze von prophylaktischen Medikamenten und Antibiotika

Es wird auf traditionelle gesunde Haustierrassen zurückgegriffen

Schlachtungen erfolgen regional unter Betäubung und nicht im Akkord

Lange Tiertransporte werden vermieden

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Tiertransporte und Schlachtung

Für Tiertransporte ist eine maximale Zeit von acht Stunden gestattet, für Tiertransporte ins Ausland gibt es bei Einhaltung regelmäßiger Zwischenstationen keine zeitliche Beschränkung.

Die EU-Subventionierung von Lebendtier-Exporten: fördert Transporte quer durch Europa.

Schweiz: hier sieht das neue Tierschutzgesetz eine maximale Zeit von sechs Stunden vor. Das schweizerische kagfreiland-Label erlaubt höchstens eine Stunde.

Schlachtung im Akkord: kann die gesetzlichen Vorgaben nicht gewährleisten, da die Schlachtung von Tieren gesetzlich nur unter vorheriger Betäubung und nur ohne unnötige Schmerzen und Leiden erfolgen muss.

Schächten: betäubungslose Schlachtung.

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Jagd, Fischerei und Walfang

Jagd Problematik zwischen folgenden Kreisläufen:

Hege, führt zu hohen Beständen an jagdbarem Wild
dies führt zu erheblichen Schäden in der Forst- und Landwirtschaft
gleichzeitig werden Fressfeinde einiger Arten als "Raubwild" rücksichtslos bekämpft
daraus wird die Notwendigkeit zum Abschuss des Wildes abgeleitet

Aussetzung faunafremder Arten als Gefahr für heimische Arten
Durch Jagd mit Fallen werden auch bedrohte Tierarten zum Opfer
Fehlabschüsse und systematischer Abschuss von angeblich wildernden Haustieren
Angst- und schmerzfreie Tod der Tiere ist oft nicht gesichert.

Viele Jagdgesetze entsprechen nicht den Forderungen des Arten- und Tierschutzes.
Deutsches Bundesjagdgesetzes beruht auf dem Reichsjagdgesetz aus dem Jahr 1934.


Fischerei und Walfang

Hochseefischerei, industriell betriebenen Massenfang: tötet jährlich Millionen von Meereslebewesen zusätzlich als Beifang, welcher aussortiert und meist tot ins Meer zurückgeworfen wird.

Schleppnetzfischerei: Kilometer lange, bis auf den Meeresgrund reichende Netze,erwischen Millionen von Meereslebewesen zusätzlich.

Säugetiere wie Wale und Delfine ersticken,wenn sie sich unter Wasser in den Netzen verfangen. Thunfischfang hat bereits Millionen von Delfinen das Leben gekostet.
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Pelztiere

„Lieber nackt als im Pelz!“ Slogan PeTA

Dient ausschließlich der Befriedigung des menschlichen Bedürfnisses nach Luxusartikeln.

Pelztiere sind Wildiere: überwiegend Nerze, Füchse, Chinchillas, Waschbären und Nutrias.
Pelztierfarmen praktizieren ausschließlich Käfighaltung. ungeeignet. Tiere leiden unter diesen Bedingungen an Verhaltensstörungen und körperlichen Schäden.

Tötung: wird Ernte genannt. Um die Pelze nicht zu beschädigen, werden die Tiere überwiegend durch Stromstöße, Giftinjektionen oder Gas getötet.

Exkurs:deutsche Schlachtverordnung erlaubt nur die Tötung durch Kohlendioxid, unter bestimmten Umständen durch Injektion.

Wirbeltiere dürfen jedoch nur unter Betäubung oder sonst, soweit nach den gegebenen Umständen zumutbar, nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden.
Durchführung der Tötung erfordert lt. Gesetz entsprechende Kenntnisse und Fähigkeiten. Zur Sicherung des Vollzuges dieser gesetzlichen Auflagen des TierSchG zum Töten von Wirbeltieren werden Empfehlungen für tierschutzgerechte Tötungsverfahren bei farmgehaltenen Pelztieren gegeben.

Der Artenschutz wird neben regionalen Gesetzen durch das Washingtoner Artenschutzabkommen geregelt. Für Wildfänge gilt unter Anderem die Fallenfangverordnung.

Asien und Osteuropa:
hier herrscht die Form der Betäubung und lebendigen Häutung vor. Dabei werden die Tiere solange mit Eisenstäben malträtiert, bis sie das Bewusstsein verloren haben. Lebendig werden sie dann gehäutet. Nach dieser Form der Ernte werden die Tiere auf einen Haufen geworfen, wo sie ihres Fells beraubt qualvoll verenden.

Asien, vor allem Thailand, Korea und China:
es kommen auch Pelze von Hunden und Katzen auf den Markt. Folgende Fantasienamen werden verwendet:

Gaewolf
Asian Wolf
Asiatischer Waschbär
Genotte
Goyangi
Housecat


Ohne Herkunftskennzeichnung:
als Besatz an Bekleidung. Sowohl bei teuren als auch bei sehr billigen Produkten. Billigleder zB Handschuhe etc.

Russland, Afghanistan und Afrika:
von hier kommen die Karakul-Felle.


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Unterhaltung durch Tiere

Haltung von Wildtieren ist grundsätzlich als bedenklich einzustufen.

Wildtiere sind durch fehlende Domestikation nicht an das Leben mit Menschen angepasst.
Die Haltung von Wildtieren stellt besonders hohe Anforderungen.

Die Haltung von Wildtieren in Zirkussen und die Dressur zu teilweise artfremden Verhaltensweisen sind deshalb abzulehnen.

Artgerechte Haltung ist in Zoos ebenfalls nicht gegeben. Zurschaustellung der Tiere bedeutet kein Leben in Würde. Die Zucht von Jungtieren ist ebenfalls kritisch zu hinterfragen, da deren weiterer Verbleib oft nicht gesichert ist und die teilweise getötet werden bzw. an andere Tiere verfüttert werden. Befürworter von Zoos argumentieren mit Vermittlung von Kenntnissen, welche die Besucher für den Gedanken des Tierschutzes gewinnen können. Weiteres Argument ist die Arterhaltung durch Zuchtprogramme, wobei Auswilderung dieser Wildtierarten zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Weitere Unterhaltungsformen im Namen der Tradition:
Stierkampf
Hahnenkampf
Windhundrennen

Filme mit Tieren als Helden: Tiere werden vermenschlicht. Die Erwartung an eigene Tiere wird dadurch noch unrealistischer als ohnehin schon gegeben ist.

Einsatz von Wildtieren in Filmen: artgerechte Haltung ist unmöglich, Filmtiere sind mit Artgenossen nicht sozialisierbar.

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Forschung

Tierversuche werden damit gerechtfertigt, dass sie dem Wohle der Menschen dienen. In Tierversuchen wird die potentielle Schädlichkeit sowie die medizinische Wirksamkeit von Stoffen erprobt, werden Krankheiten in ihren Ursachen und ihrem Verlauf erforscht, Operationsmethoden getestet und grundsätzliche Erkenntnisse über die Funktionen des Körpers gewonnen.

Dabei werden den Tieren teilweise erhebliche Leiden, Schmerzen und Schäden zugefügt. Daher ist aus Sicht des Tierschutzes anzustreben, dass die Zahl der verwendeten Tiere und das Maß ihrer Schädigung auf ein Minimum gesenkt wird. (Demgegenüber ist die Zahl der „verbrauchten“ Versuchstiere in Deutschland von 2.100.000 im Jahr 2001 auf 2.200.000 im Jahr 2002 angestiegen.) Wo es möglich ist, müssten Tierversuche durch alternative Methoden ersetzt werden. Ergebnisse wären auszutauschen, wenn dies die geltende Gesetzeslage zuließe, damit Mehrfachuntersuchungen vermieden würden. Ziel ist die komplette Abschaffung der Tierversuche.

Auch der Wert der durch Tierversuche gewonnenen Erkenntnisse ist umstritten. So wurde beispielsweise Contergan im Tierversuch als unbedenklich eingestuft, während etwa Acetylsalicylsäure (Aspirin) für viele Tiere giftig ist.

Besonders in der Kritik stehen die Haltungsbedingungen bei der Zucht der Versuchstiere und in den Labors, viele Versuchsmethoden (beispielsweise der LD50-Test) und auch Versuche, deren Sinn für das Wohl des Menschen sich nicht erschließt.
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