Wölfe und Hunde
 

Wolf oder Hund ?

Das Gehirn eines Wolfes ist um 30% größer als das des Haushundes.

Wölfe sind nur einmal pro Jahr für 7-21 Tage läufig. Paarungszeit beträgt 4-7 Tage.

Wölfe und Hunde sind von Natur aus Schlingfresser. Sie haben einen flexibler Kehlkopf und dehnbaren Magen. Das ist für das schnelle Schlingen unzerkauter Nahrung notwendig. Dies ist einer von mehreren Gründen, warum die Fütterung mit Hunde-Trockenfutter aus unserer Sicht problematisch ist.

Jagdinstikt wie Fixieren, Pirschen, Hetzen ist bei Hunden in verschiedenen Ausprägungen noch erkennbar, wenn auch gänzlich ohne Übung und bei weitem nicht so exakt und präzise wie der Wolf.

Wölfe haben immer eine Violsche Drüse - die sitzt am Schwanz oben und dient der Kommunikation während diese bei manchen Hunderassen fehlt.

Die Schwanzstellung ist bei Wölfen in Ruhestellung nach unten gerichtet. Bei Huskies ebenfalls.

Ein Projekt in Ernstbrunn beschäftigt sich aktuell mit diesem Thema.

Die Presse - Artikel "Forschung: Unterschiede zwischen Hund und Wolf"
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Wölfe und Hunde
 

Wolf

Polarwolf • Eurasischer Wolf • Tibetischer Wolf • Arabischer Wolf • Ägyptischer Wolf • Hokkaido Wolf • Honshu Wolf • Timberwolf • Tundrawolf • Russischer Wolf • Kaspischer Wolf • Mackenzie Wolf • Indischer Wolf • Italienischer Wolf


NABU
WWF

GESETZLICHER SCHUTZ

Washingtoner Artenschutzabkommen:
Der Wolf ist in Anhang II als gefährdete Tierart aufgeführt.
Subpopulationen, welche vom Aussterben bedroht sind, werden in Anhang I aufgeführt.

Berner Konvention:
Der Wolf ist in Anhang II aufgeführt.

FFH Richtlinie:
Der Wolf ist in Anhang IV aufgeführt, Lebensraum des Wolfes in Anhang II. Diese Richtlinie ist von allen EU-Mitgliedsstaaten jeweils in nationales Recht umzusetzen.

Es besteht ein Jagdverbot - dennoch werden Tiere von Jägern erschossen. Als Ausreden dient schon mal die Verwechslung mit streuenden Hunden.

Die Presse - Artikel "Der Wolf und die Not der Jäger"


FASZINATION
Es gibt ein angstbesetzten Bild von Wölfen, welches über Jahrhunderte in Europa vorherrschte und Märchen wie das Rotkäppchen oder Erzählungen über Werwölfe hervor brachte. Das trieb den Wolf an den Rand der Ausrottung. Wölfe jagen nachts und auch diese Eigenschaft hat viele Gruselgeschichten genährt .


RELIGION
In der Bibel wird der Wolf mehrfach als Herden reißendes, gefährliches Tier dargestellt . „Der Wolf beim Lamme“ bedeutet die Verbindung von Ungleichem und wird als Gleichnis für den Umgang zwischen Sündern und Gerechten gebraucht.
Anders die Usbeken oder Hunnen - sie leiten ihre Herkunft vom Wolf ab.
Es gibt Indianische Stämme, die glaubten Wölfe und Kojoten hätten die Welt geschaffen. Der Wolf als Bewacher der Pfade, der die Seelen der Verstorbenen erweckte und diese im Fluss reinigte.


MYTHOLOGIE
Odin hat neben zwei Raben Hugin und Munin auch die Wölfe Geri und Freki. Diese verfolgen den Kampf und stürzen sich auf die gefallenen Leichen.
Die Wolfsbrüder Skol und Hati jagen die Sonne und den Mond. Ein weiterer Bruder - Managarm - ernährt sich vom Fleisch der Toten.
Fenriswolf verschlingt zu Beginn der Götterdämmerung den Mond, später Odin.
Die als Zauberin geltende griechische Göttin Hekate wurde häufig in der Begleitung von drei Wölfen dargestellt. Ebenfalls Griechenland: Zeus hat König Lykaon in einen Wolf verwandelt.
Bei uns am Bekanntesten sind die Zwillinge Romulus und Remus -die Gründer der Stadt Rom. Eine Wölfin soll sie gesäugt und aufgezogen haben.
Ähnlich auch Slowakei: die Recken Waligor und Wyrwidub sollen von Wölfen aufgezogen worden sein.


MÄRCHEN
Der Wolf Ysengrin und der verschlagene Fuchs. Auch hier kommt der Wolf nicht gut weg.
Rotkäppchen - Wolf erschleicht sich das Vertrauen des Mädchens.
Der Wolf und die sieben jungen Geißlein - Wolf verschlingt alle, bis auf Eines.
Märchen vom Wolf und den drei Schweinchen - im Original frisst der Wolf zwei Schweinchen.
Die Figur des Werwolfs: ungeachtet seines Lebens in der bürgerlichen Gesellschaft nimmt dieser zeitweilig Wolfsgestalt an - germanischer Ursprung.
Oft werden negative menschliche Charaktereigenschaften wie Verschlagenheit, Vertrauensbruch, Habgier, Heimtücke auf den Wolf projiziert. Das Schlimme ist, dass Eltern ihren Kindern heute immer noch diese Märchen vorlesen. Genauso wie der schreckliche Struwwelpeter. Wir bekamen auch einst ein Exemplar geschenkt, als Nils klein war. Ich habe es weggeschmissen.
Studien belegen, dass oft das Heulen, insbesondere bei Kindern, mehr Angst verursacht als die Tiere selber.


ÖKOSYSTEM
Der Wolf trägt eine Schlüsselfunktion im sensiblen Ökosystem
Feldforschungen im Yellowstone Nationalpark belegen dies. Dass er so sehr missverstanden oder gar als Unheilbringer gefürchtet wird, macht den Schutz dieser wundervollen Tiere nicht leicht.
Dennoch gibt es weltweit immer mehr Forscher und Tierschützer, die unermüdlich dafür kämpfen den scheuen und stolzen Tieren ihren Lebensraum zumindest ein Stück weit wieder zu geben.
Wölfe sind sehr geschickt im entdecken neuer Gebiete und bahnen sich ihren Weg durch unwegsames Gelände. Sie verfügen über ein hervorragendes Gehör und sehr ausgeprägten Geruchssinn. Große Wölfe findet man in Alaska, Kanada, Lettland, Russland - kleinere zB im Vorderen Orient. Weitere Populationen gibt es in der Mongolei, Polen, auf dem Balkan, in Sibirien aber auch in der Wüste Nordamerikas oder Zentralasien.

AUSGESTORBEN oder VOM AUSSTERBEN BEDROHT
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gilt der Wolf in England und Großteil Deutschlands als ausgestorben. In den 1990er Jahren wurden wieder Familien in Deutschland angesiedelt.
In vielen Teilen der Welt wird der Wolf heute aktiv verfolgt und getötet. Nur langsam bahnt sich das Wissen um die Bedeutung dieser wundervollen Tiere für das Gleichgewicht der Natur zu den Köpfen und Herzen der Menschen durch.
In Österreich ist mit einer natürlichen Einwanderung von Wölfen aus Slowenien oder der Slowakei zu rechnen. Ein Umdenken kann dem Wolf das Überleben sichern. Deshalb sollte ein Hauptaugenmerk auf Schulvorträge und die Bildung zukünftiger Generationen liegen.


WÖLFE IN FREIHEIT
Wölfe leben in einem Familienrudel. Es gib ein Elternpaar, welches Nachwuchs zeugt.
Dieses Alpha Pärchen ist ihrem Nachwuchs gegenüber dominant, daher kommt es grundsätzlich zu keinen Rangordnungskämpfen. Wichtig ist zu unterscheiden, ob die allgemein zugänglichen Informationen zum Verhalten der Tiere aus Beobachtungen von Wölfen in Gefangenschaft oder von Wölfen in freier Wildbahn basieren.
Freie Wölfe wandern, wenn sie mit knapp 2 Jahren geschlechtsreif werden, ab und suchen ein neues Revier. Dort gründen sie eine neue Familie mit einem anderen Jungtier, welches sie beim Reviersuchen antreffen. Ein freies Wolfsrudel besteht somit aus dem Elternpaar, dem Nachwuchs aus dem Vorjahr und dem Nachwuchs aus diesem Jahr. Wölfe vermeiden Begegnungen mit Menschen. Sie sind klug und scheu.

Die Schnauze und das Gesicht sind sehr wichtige Kommunikationswerkzeuge unter Artgenossen. Ebenso das berühmte Heulen und die Duftmarken. Ebenfalls eine wichtige Bedeutung kommt der Rutenstellung zu.

Wölfe nutzen zur Jagd jeweils die im ihrem Lebensraum dominierende Art

Meist handelt es sich um mittelgroße bis große pflanzenfressende Säugetiere. Im kanadischen Raum sind es aber auch Lachse, im europäischen Raum Wildschweine, Hirsche, Rehe. In Nahrungs knappen Zeiten auch Mäuse oder Aas. Wölfe können gut schwimmen und überqueren mühelos Flüsse oder Seen.

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