Geschichte
 

Ethik

Es existiert keine allgemein gültige und allseits respektierte einheitliche ethische Bewertung.

Die ganze Natur als gleichberechtigtes beseeltes Gegenüber - dies galt am aller Anfang und hier besonders für die Tiere. Jagd- und Tierdarstellungen aus dieser Zeit zeugen noch heute vom Bemühen, zu einer Versöhnung mit den getöteten Tieren zu kommen, da die Nutzung der Tiere überlebenswichtig war.

Verhältnis der Bibel zum Tierschutz

„Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.“
1. Buch Mose, Kapitel 1, Vers 26 / Schöpfungsmythos Altes Testament
Auftrag über die Tiere zu herrschen

„Aber am siebenten Tage ist der Sabbat der HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt.“
2. Buch Mose, Kapitel 20, Vers 10
Einbeziehung der Nutztiere in die Sabbatruhe

Durch den Sündenfall wird der Schöpfungsfriede gestört, der Tod und das Getötet werden kommt in die Welt, und der Mensch kleidet sich mit den Fellen der Tiere (Genesis 3,19 ff.).

Bei Jesaja wird in der Prophezeiung eines künftigen Friedensreiches, das der Prophet als ein Reich der Gerechtigkeit beschreibt, die Tierwelt ausdrücklich einbezogen (Jes. 11,5 ff).

„Der Gerechte erbarmt sich seines Viehs, aber der Gottlose ist unbarmherzig“.
Salomons, Kapitel 12, Vers 10

Vor dem Hintergrund der Hirten- und Bauernkultur des damaligen Israels wird in der Bibel die Nutzung und Tötung von Tieren für die Zeitspanne zwischen Sündenfall und künftigem Friedensreich nicht in Frage gestellt.

Verhältnis der Kirche zum Tierschutz

In der Geschichte der Kirche spielt der Tierschutz keine Rolle.
Der Mensch als Gott ähnliche Schöpfung steht über den Tieren und ist berechtigt, sich ihrer zu seinem Nutzen zu bedienen. Gebot der Barmherzigkeit besagt, dass den Tieren keine unnötigen Leiden oder Schäden zugefügt werden dürfen.
Franz von Assisi vertrat allerdings die Tradition, welche im Tier das gleichwertige Mitgeschöpf Gottes sieht. Er bezog das Gebot der Nächstenliebe auf die gesamte Schöpfung. Die Tiere schloss er ausdrücklich als „uns gleich gestellte Werke des allmächtigen Schöpfers - unsere Brüder“ mit ein.

Albert Schweitzer vertrat das Konzept der Ehrfurcht vor dem Leben. Kernsatz seiner Auffassung lautet „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“
Für Schweitzer enden die Grundsätze der Ethik nicht an der Artengrenze zwischen Mensch und Tieren. Der Mensch ist zu ethischem Verhalten gegenüber der gesamten Schöpfung verpflichtet. Daraus resultiert, dass das Töten von Tieren für die Ernährung der Menschen nicht zulässig sei.

Karl Barth, Eugen Drewermann, Fritz Blankes bezeichnen diese Sicht als „sentimental“.

"Konziliaren Prozess zu Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung"
1983 in Vancouver Vollversammlung des Weltkirchenrates (Ökumenischer Rat der Kirchen)
1990 in Seoul Schwerpunktthema

Grundüberzeugung des Weltkirchenrates, neu und noch etwas vorsichtig formuliert:

"...dass Gott die Schöpfung liebt. Gott, der Schöpfer, ist der Ursprung und der Erhalter des ganzen Kosmos. Gott liebt die Schöpfung... Da die Schöpfung von Gott ist und seine Güte die ganze Schöpfung durchdringt, sollen wir alles Leben heilig halten"


( Quelle: auszugsweise Juraforum)
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Geschichte
 

Tierschutz in der Welt

1837 Gründung erster deutscher Tierschutzverein durch Pfarrer Albert Knapp in Stuttgart

1881 Gründung Deutscher Tierschutzbund.
Mitglieder Stand 1992 etwa 650 Tierschutzvereine mit 600.000 Mitgliedern.

Eurogroup for Animal Welfare: Tierschutzorganisationen der Europäischen Gemeinschaft

1840 Gründung erster schweizer Tierschutzverein in Bern

1861 Gründung Schweizer Tierschutz STS , Dachorganisation lokaler Tierschutzvereine. Seit 1970 versucht STS im Bereich der Nutztierhaltung vorbildliche Tierhaltung zusammen mit Landwirten umzusetzen. Label für Fleisch, Eier und Käse. kagfreiland = KonsumentInnen-Arbeits-Gruppe

1969 Gründung International Fund for Animal Welfare (IFAW) in Kanada durch Brian Davis. Proteste gegen die Tötung junger Kegelrobben vor der Küste Neufundlands. Mittlerweile eine der größten internationalen Tierschutz- und Artenschutzorganisationen weltweit.

1981 Gründung World Society for the Protection of Animals (WSPA)

WEITERE

Stiftung für das Tier im Recht
Ärztinnen und Ärzte für Tierschutz in der Medizin
ALTEX Alternativen zu Tierexperimenten
IG Tiertransporte und Schlachthöfe
VgT Verein gegen Tierfabriken
Verein PROVIEH gegen die industrielle Tierhaltung
Animals Angels aktiv gegen Tiertransporte
Komitee gegen den Vogelmord gegen Vogelfang und Wilderei
Animal Public Schutz von Wildtieren

Pro Animale Projektbetreuung z. B. Freikauf aus nicht tierschutzgerechten Pferdetransporten und aus dem Tierversuch, Aufbau von Tierheimen in der Türkei und anderen Ländern, „Tanzbären“ Problematik, Kettenhundehaltung

Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e. V. setzen sich für die gesellschaftliche und rechtliche Anerkennung elementarer Tierrechte und deren Umsetzung ein und gegen Missbrauch von Tieren.

(Quelle: auszugsweise Juraforum)
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Tierschutz in Österreich

Bis 2004 in Gesetzgebung und Vollziehung Ländersache

Seit 2005 Tierschutzgesetz des Bundes BGBl. I Nr. 118/2004.

Verlagerung der Gesetzgebungskompetenz zum Bund durch gleichzeitige Änderung des Art. 11 des Bundesverfassungsgesetzes. Vollziehung der tierschutzrechtlichen Normen bleibt weiter Aufgabe der Länder. Der Bund hat sich verschiedene Kontrollrechte vorbehalten wie Einschaurecht, Berichtspflicht der Länder etc.

I. Instanz: Bezirksverwaltungsbehörden
Berufungen: Unabhängige Verwaltungssenat
Landesregierung: sachlich in Betracht kommende Oberbehörde, sie hat den Vollzug zu koordinieren, trifft aber selbst keine Sachentscheidungen

Bund, Länder und Gemeinden haben den Tierschutz nach Maßgabe der budgetären Mittel zu fördern.

Tierschutzombudsmann: in jedem Bundesland, vertritt die Interessen des Tierschutzes und hat in den behördlichen Verfahren Parteistellung.

Strafbestimmungen:für rohe Misshandlung von Tieren bundeseinheitlich festgelegt: bis zu ein Jahr Freiheitsentzug oder 360 Tagessätze Geldstrafe - siehe Strafgesetzbuch vom 1. Januar 1975

Tierversuchsgesetz: seit dem 1. Juli 1974 in Kraft

(Quelle: auszugsweise Juraforum)
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Methoden des Tierschutzes

Infostände auf Veranstaltungen oder direkt auf der Straße
Anschreiben von potenziellen Interessenten
Störung Tierschutz relevanter Gesellschaften
Demonstrationen
Blockaden von Walfängern und Fischerboten

International tätige Naturschutzorganisationen, für die Umweltschutz im weitesten Sinne programmatisch von Bedeutung ist wie Sea Shepherd oder Greenpeace, sind im Bereich Walfang und Fischerei aktiv.

Extreme Gruppierungen scheuen oft nicht vor Sachgewalt zurück, um Tiere zu befreien und Missstände aufzudecken. Physische Gewalt gegen Personen wird jedoch ebenso grundsätzlich abgelehnt wie Gewalt gegen Tiere.
Richtlinien ALF Animal Liberation Front besagen, dass weder Menschen noch Tiere bei entsprechenden Aktionen Schaden nehmen dürfen.

Erfahrungsberichte zeigen auf, dass von Jägern genutzte Hochstände angesägt werden. Mit Durchführung dieser kriminellen Praxis werden Verletzungen und im Extremfall auch der Tod des Jägers billigend in Kauf genommen.

Unkontrollierte Freisetzung von Tieren im Sinne des Tier- und Naturschutzes selbst kann zu Problemen führen. Auftreten von sogenannten Gefangenschafts-flüchtlingen einer nicht heimischen Tierart kann schwerwiegende Folgen für die heimische Fauna haben kann so z.B. die Verdrängung des europäischen durch den amerikanischen Nerz.

(Quelle: auszugsweise Juraforum)
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Von der Antike bis Jetzt

In der Antike finden wir bereits eine verantwortungsvolle Denkweise gegenüber den Tieren. Viele Kulturen kennen auch keine strikte Unterscheidung zwischen Menschen und Tieren. Es gibt anderorts keinen Tierschutz, wie er im christlich-abendländischen Kulturkreis verstanden wird, allerdings verschiedene Formen der Tierverehrung, in etwa bei indogenen Völkern.
Kulturen, wie etwa altes Ägypten, vertraten auch die These der gemeinsame Herkunft der Schöpfung. Gut erkennbar ist die Wertschätzung Tieren gegenüber in den Götterdarstellungen.

Reinkarnation ist ein weiterer Begriff, der den Tieren einen besonderen Stellenwert einräumt. Zu finden im asiatischen Raum: Buddhismus, Hinduismus und viele weitere Varianten.
Kühe gelten für die Hindus als unantastbar, Jainisten leben vegan.

Erste gesetzliche Regelungen betreffend die Stellung der Tiere finden sich unter Kaiser Ashoka 272 vChr bis 232 vChr

Rene Descartes mechanisches Weltbild hebt den Menschen durch seine Ratio und schafft damit eine Distanz zum Tier. Charles Darwins Evolutionstheorie weicht die deutliche Absetzung des Menschen wieder auf.

1822 England - erstes erlassenes Tierschutzgesetz betrifft Pferde, Schafe und Großvieh.
Dies ist dem Parlamentarier Richard Martin zu verdanken, fortan auch Humanity Dick genannt.

1824 Society for the Prevention of Cruelty to Animals (SPCA) war die weltweit erste Tierchutzorganisation. Gründungsmitglied war ebenfalls Richard Martin.

1840 Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals (RSPCA) Segen von Königin Victoria.

2004 wurde das Ziel des Tierschutzes in den Entwurf der EU-Verfassung aufgenommen:

„Bei der Festlegung und Durchführung der Politik der Union in den Bereichen Landwirtschaft, Fischerei, Verkehr, Binnenmarkt, Forschung, technologische Entwicklung und Raumfahrt tragen die Union und die Mitgliedstaaten den Erfordernissen des Wohlergehens der Tiere als fühlende Wesen in vollem Umfang Rechnung; sie berücksichtigen hierbei die Rechts- und Verwaltungsvorschriften und die Gepflogenheiten der Mitgliedstaaten insbesondere in Bezug auf religiöse Riten, kulturelle Traditionen und das regionale Erbe.“

China hat bis heute kein Tierschutzgesetz.
Laut einer Studie der WSPA des Jahres 2002 über 200 Bärenfarmen unterhalten, in denen in engen Käfigen Tausende von Tieren mit offenen Wunden zur Gewinnung und Vermarktung von Gallensaftprodukten gehalten werden.

(Quelle: teilw. Juraforum)

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